zum 4. Advent

Worüber das Christkind lächeln musste

Es war in Bethlehem und mitten in der Nacht. Und es war finster. Die Hirten hüteten auf der Weide ihre Schafe. Plötzlich wurde es hell und ein Engel erschien. Die Hirten erschraken , doch der Engel sprach: „ Fürchtet euch nicht, denn siehe ich verkündige euch große Freude. Denn euch wird heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.“

Und weiter sprach der Engel: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Dann verschwand der Engel und die Hirten machten sich auf den Weg zum Stall. Dort fanden sie Josef und Maria mit dem Jesuskind in der Krippe. Auch Ochs und Esel waren im Stall und viele andere Tiere.

Viele Leute kamen herein und da erwachte ein Floh, der im Stroh in der Krippe geschlafen hatte. Der Floh wusste nicht wohin und da schlüpfte er dem Jesuskind ins Ohr.

„Vergib mir“, flüsterte der atemlose Floh, „aber ich kann nicht anders, sie bringen mich um, wenn sie mich erwischen. Ich verschwinde gleich wieder, lass mich nur überlegen, wie.“ Er schaute herum und hatte auch gleich einen Plan. „Hör zu“, sagte er, „wenn ich alle Kraft zusammennehme, und wenn du still hältst, dann könnte ich die Glatze des Josef erreichen, und von dort weg kriege ich das Fensterkreuz und die Tür…“

„Spring nur!“, sagte das Jesuskind unhörbar, „ich halte still“.“ Und da sprang der Floh. Aber es ließ sich nicht vermeiden, dass er das Kind ein wenig kitzelte, als es sich zurechtrückte und die Beine unter den Bauch zog.

In diesem Augenblick sagte Maria selig zu Josef: „ Ach,  sieh doch, es lächelt schon.“

Ingrid Herl, frei nach Heinrich Waggerl