„Was bedeutet es eigentlich als ‚Christ‘ oder ‚Christin‘ zu leben?“

Als Pfarrerin freue ich mich immer besonders, wenn mir diese Frage gestellt wird. Das gibt mir nämlich die Chance, mit der Vorstellung aufzuräumen, dass es beim Christsein darum geht, brav seinen Kirchenbeitrag zu zahlen und zu Ostern und zu Weihnachten in die Kirche zu gehen 😉

Kurz gesagt lautet die Antwort: Beim Christsein geht es darum, eine Beziehung zu Gott zu haben und zu pflegen.

Wie wir in die Beziehung zu Gott eintreten können, können Sie HIER nachlesen. Dieser Artikel gibt einige praktische Tipps, wie wir die Beziehung zu Jesus Christus PFLEGEN können:

Reden: Wie in jeder Beziehung ist das Gespräch zentral. Das Reden mit Gott wird meistens als „Beten“ bezeichnet. Christliches Gebet ist immer ein vertrauensvolles Gebet zu unserem liebenden Vater im Himmel. Das heißt wir können „frei von der Leber weg“ mit ihm reden: Ihm erzählen, was uns freut, was uns ärgert, was uns Sorgen macht. Und dann innehalten und „hören“, was er uns aufs Herz legt.

Hören: Gott kann auf viele verschiedene Arten zu uns sprechen. Christinnen und Christen aller Jahrhunderte haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass er dies ganz besonders durch die Bibel tut – nicht umsonst nennen viele die Bibel auch „Gottes Wort“. Manches in der Bibel ist nicht gleich beim ersten Mal lesen verständlich (kein Wunder, die Texte sind ja tausende Jahre alt). Daher kann es helfen, einem Bibelleseplan mit Erklärungen bei der Hand zu haben, z.B. vom Bibellesebund.

Gemeinschaft: Wenn wir Christsein so leben, wie es in der Bibel beschrieben ist, dann geht das nur in der Gemeinschaft. Eigentlich gibt es „Christen“ in der Einzahl genau so wenig wie „Cornflakes“ oder „Chips“: Ein „Cornflake“ oder ein „Chip“ macht einfach keinen Sinn! Deshalb ist das wichtigste Gebet der Christenheit auch das „Vaterunser“ (und nicht das „Vatermeiner“). Mach es dir daher zu einer guten Angewohnheit, sonntags den Gottesdienst zu besuchen und gemeinsam mit anderen zu singen, zu hören, zu feiern, zu reden. Das motiviert, korrigiert, fordert heraus und macht Freude!

Abendmahl: Für die ersten Christinnen und Christen hatte das Abendmahl eine zentrale Bedeutung. Diese Feier erinnert daran, dass Jesus Christus uns liebt, dass er uns vergibt, dass er die Gemeinschaft mit Gott und miteinander wiederherstellt. Dazu gehört in der praktischen Anwendung dann auch, dass wir als Christinnen und Christen „miteinander durch das Leben gehen“, andere tragen und uns tragen lassen, helfen und Hilfe annehmen. Diese enge „Lebensgemeinschaft“ wird ganz besonders in den Hauskreisen erlebbar: In der kleinen Runde (maximal 10 Personen) lässt es sich in entspannter Atmosphäre gut und offen reden. Und in weiterer Folge dann auch unkompliziert helfen 😉

Wie lebt man als Christin oder Christ? Die Bibel selbst formuliert es in Bezug auf die ersten Christinnen und Christen so:

„Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet.“

(Die Bibel: Apostelgeschichte 2,42)