Sie kennen sie, diese drängende Sehnsucht. Diese tiefe Enttäuschung. Diese verzweifelte Hoffnung: „Es muss doch mehr geben!“ Mehr als ich jetzt habe. Mehr als ich gerade erlebe. Mehr Leben.
Aber was heißt das? Mehr Geld? Mehr Erfolg? Mehr Liebe? Eine andere Liebe?
Und dann finden wir etwas, das uns erfüllt. Zunächst. Aber dann wird es weniger und was bleibt, ist die Leere.

Irgendetwas stimmt nicht mit dieser Welt. Die meisten Menschen spüren das ganz deutlich. Und alle, die es nicht spüren, brauchen nur mit offenen Augen die Nachrichten zu lesen um zu wissen: Das stimmt! Es stimmt, dass etwas nicht stimmt mit unserer Welt.

Und noch schlimmer: Es stimmt nicht nur etwas mit der Welt nicht – es stimmt auch etwas mit mir selbst nicht:
Ich nehme mir so sehr vor, von nun an beherrscht und geduldig zu sein… aber dann…
Ich bin fest entschlossen die Finger zu lassen von…. (Sie wissen schon!)… aber dann…
Es stimmt etwas nicht mit dieser Welt. Und mit mir selbst auch nicht.

Die Bibel sagt uns ganz klar, warum das so ist: Wir haben Gott verloren. Mehr noch: Wir haben ihn bewusst oder unbewusst „abgeschafft“. Wir dachten nämlich, ohne ihn alles viel besser zu können. Aber das ist ein Irrtum – der Mensch ist nämlich für die Gemeinschaft mit Gott geschaffen. Deshalb die Leere in uns. Deshalb diese „Unstimmigkeit“ in der Welt und in mir.
Der theologische Fachbegriff dafür ist übrigens „Sünde“ – das meint im Tiefsten nichts anderes als diese Trennung von Gott. Konsequenz dieser Trennung ist der Tod.

Die meisten Menschen spüren den Schmerz dieser Trennung in irgendeiner Form. Und hier kommt die „Religiosität“ ins Spiel. Sie flüstert uns zu: „Bemüh‘ dich! Bessere dich! Tu was Gutes! Geh ab und zu in die Kirche! Spende Geld für die Armen!“
Das Problem dabei ist: Im Grunde wissen wir, dass das nicht genug ist. Wenn Gott wirklich heilig und sündlos ist – dann ist selbst mein Bestes nicht annähernd gut genug für ihn.
Viele Menschen fangen deshalb an, sich mit anderen zu vergleichen. Aber mal ernsthaft: Es macht mich nicht besser, wenn ich jemanden finde, der noch schlechter dabei ist als ich. Das macht mich maximal stolz und selbstgerecht.
Deshalb hat Jesus die religiösen Menschen seiner Zeit auch so oft zurechtgewiesen. Immer wieder hat er sinngemäß zu ihnen gesagt: „Bildet euch nichts ein darauf, dass ihr vielleicht frömmer seid als XY! Gott weiß, wie es in euch aussieht. Ihm könnt ihr nichts vormachen. Auch mit euch stimmt etwas nicht. Auch ihr könnt mit eurer Religiosität die Kluft zu Gott nicht überbrücken!“
Lassen Sie es mich daher ganz klar sagen: Egal wie religiös Sie sind. Egal, wie sehr sie sich anstrengen. Egal, wie brav Sie Ihren Kirchenbeitrag zahlen – über den Abgrund „schaffen“ Sie es trotzdem nicht. Die schmerzliche Trennung von Gott bleibt (und damit der ewige Tod).

Deprimiert Sie das? Das muss es nicht, denn: Sie sind Gott wichtig. Es liebt Sie so sehr, dass er selbst aktiv wurde. Er tut das, was wir selbst nie schaffen könnten: Er baute eine Brücke über den Abgrund!
Er baute diese Brücke, indem er seinen Sohn Jesus Christus sandte. Dieser lebte das perfekte Leben und stirbt am Kreuz unseren Tod. Damit hat er die Trennung von Gott überwunden – was Gott wunderbar durch Jesu Auferstehung bestätigt hat.

Seit diesem wunderbaren Tag vor fast 2000 Jahren muss niemand mehr in Trennung von Gott leben. Und niemand muss sich mehr bemühen, durch eigene „Religiosität“ zu Gott zu kommen. Gott schenkt den Himmel allen, die ihn darum bitten. Genau darum geht es im christlichen „Glauben“.

Finden Sie das zu einfach?
Es IST einfach. Aber gleichzeitig auch nicht. Denn dieses Angebot erfordert von Ihnen zweierlei:
Erstens: Sie müssen das auch wollen. Bedenken Sie: Gott ist Gott (und Sie nicht…). Ein Leben mit ihm bedeutet daher auch, dass er Ihr Herr sein darf. Dass er Ihnen dreinreden darf in Ihrem Leben. Dass er bestimmt, was gut und richtig ist – und nicht mehr Sie selbst.
Und zweitens: Es erfordert Demut, dieses Geschenk anzunehmen. Denn Sie müssen zugeben: Ich schaffe es selbst nicht. Ich muss mir den Himmel schenken lassen von Jesus Christus.

Wo stehen Sie? Sind Sie noch religiös oder glauben Sie schon?

PS: Falls Sie über die Brücke gehen wollen, reicht ein einfaches Gebet. Sagen Sie Gott, dass Sie sein Geschenk annehmen wollen. Bitten Sie ihn, dass er Ihnen vergibt, was Sie bisher falsch gemacht haben. Und laden Sie ihn ein, von nun an auch in Ihrem Leben der Herr zu sein.

PPS: Und falls Sie dieser Artikel gefreut oder geärgert hat oder Sie weitere Fragen haben, dann schreiben Sie mir gerne ein Mail: pfarrerin@evangschwechat.at
Ich freue mich darauf, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen!