Schon seit der Reformationszeit gibt es bei den Evangelischen die sogenannten „Hausandachten“. Vielleicht ist es ja Zeit, diese Tradition in der Zeit vor Ostern wieder aufleben zu lassen und als Großfamilie oder Kleinstgruppe gemeinsam den Gottesdienst zu streamen und zu feiern…?

In diesem Beitrag geben wir die fünf Tipps, wie das gehen kann:

Vorbereitung

  1. Überlegt, in welcher Kleinst(!!!)gruppe (z.B. Familie) ihr feiern wollt und fixiert am besten schon jetzt einen wöchentlichen Termin dafür. Die Erfahrung zeigt: Nur wenn man solche Dinge bewusst plant, ist dann auch die Zeit dafür da!
  2. Gestaltet den „Altar“: Ein weißes (oder buntes) Tischtuch, eine Kerze und ein Blümchen kosten nicht viel, schaffen aber gleich eine andächtige Stimmung. Legt außerdem zumindest eine Bibel bereit (im Notfall geht auch ein Handy, das die Bibel als App installiert hat oder ihr nutzt diesen LINK).
  3. Falls ihr auf Online-Ressourcen (Live-Stream eines Gottesdienstes, Predigtvideo, Lieder…) zurückgreifen wollt, dann stellt einen Laptop oder ein Tablet bereit.

Durchführung

  1. Erinnert euch daran, dass Jesus Christus versprochen hat, ganz besonders gegenwärtig zu sein, wenn sich Menschen in seinem Namen versammeln (Mt 18,20).
  2. Folgende Liturgie hilft euch bei der Gestaltung der Andacht (falls ihr einen unserer Live-Gottesdienste streamt, könnt ihr mit uns gemeinsam durch diesen einfachen Ablauf gehen):
    • Singt ein bis drei Lieder oder lest gemeinsam einen Psalm aus der Bibel.
    • Nun kann einer die Bibelstelle zur Predigt laut vorlesen.
    • Betet gemeinsam das Glaubensbekenntnis (dieses stellt eine Art gemeinsame Antwort auf das Wort Gottes dar). Den Text dazu findet ihr HIER.
    • Seht euch am Laptop die Predigt an oder besprecht miteinander die eben gelesene Stelle.
      • Gute Fragen zum Einstieg ins Gespräch sind: Was spricht dich spontan an? Was ist auffällig oder unverständlich?
      • Gute Fragen für den Mittelteil sind: Was wird in dem Text über Gott gesagt? Was über den Menschen? Wo finde ich mich in dem Text (nicht) wieder?
      • Gute Fragen für den Abschluss der Unterhaltung sind: Was kann ich ganz persönlich und konkret für den Alltag mitnehmen?
    • Nun ist es Zeit für ein „Popcorn-Gebet“: Alle sind eingeladen, laut und abwechselnd einzelne Wörter als Gebet zu sagen. Diese können Dank, Bitte, Klage, Lob etc. zum Ausdruck bringen und müssen für die anderen in der Gruppe nicht unbedingt verständlich sein (Gott versteht es!). Wenn das „Popcorn-Gebet“ funktioniert, dann entsteht auf diese Art und Weise ein fröhliches Miteinander (manchmal auch Durcheinander).
    • Betet oder singt miteinander ein Vaterunser. Den Text findet ihr HIER. TIPP: Falls Kinder mit euch feiern, könnt ihr einfache Bewegungen dazu lernen (einfach googlen…).
    • Beendet eure Hausandacht mit dem sogenannten aaronitischen Segen (4. Mose 6,24-26): „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und sei dir gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden!“

TIPP: Jeden Sonntag wird es auf unserer Homepage auch eine Anleitung geben für einen „Kindergottesdienst zum Selbermachen“.

Noch ein Hinweis: Normalerweise ist es schön, vor oder nach den Hausandachten auch noch miteinander eine Kleinigkeit zu essen – Tischgemeinschaft gehört zum christlichen Glauben von Anfang an dazu (vgl. Apg 2,46). Auf Grund der Coronavirus-Situation empfehlen wir aber, auf dieses Element im Moment unbedingt zu verzichten (außer es wohnen eh alle im gleichen Haushalt…).

Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, meldet euch bitte gerne bei Alexandra: pfarrerin@evangschwechat.at

In fünf einfachen Schritten zur eigenen „Hausandacht“

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