Gibt es einen Gott?

Ich war vor einiger Zeit eingeladen bei einem Jugend-Event zu reden. Dort ging es um die Frage, ob es Gott gibt und ob man ihn beweisen kann. Ich habe zu Beginn ein paar Aussagen am Boden aufgelegt und die Jugendlichen mussten dazu (im wahrsten Sinne des Wortes) Stellung beziehen.
Da waren ganz unterschiedliche Meinungen dabei: „Gott gibt es. Ich finde den christlichen Glauben sehr logisch.“ – „Niemand kann wissen, ob es Gott gibt oder nicht.“ – „Gott gibt es nicht. Man kann das beweisen.“
Das Spannende war: Ganz viele haben sich entschieden für „Niemand kann wissen, ob es Gott gibt oder nicht.“ Und die allermeisten meinten so etwas wie: Glaube ist mehr so ein persönliches Gefühl. Eine Sicherheit im Herzen. Eine spirituelle Erfahrung, die man machen kann.

Ich glaube, dass die Jugendlichen teilweise Recht hatten: Es geht beim Glauben nicht nur um Logik und um Kopf-Wissen. Es ist wichtig, dass ich Glauben erlebe und lebe.
ABER (lassen Sie es mich ganz deutlich sagen): Glaube ist nicht NUR ein persönliches Gefühl. Es geht auch um eine äußere Realität – unabhängig von meinen Gefühlen.
Stellen Sie sich einmal folgende Geschichte vor: Sie treffen eine alte Schulkollegin nach langer Zeit wieder. Und sie erzählt euch ganz begeistert von „ihm“ – von ihrem Traumprinzen. Wie toll er ist. Wie sehr er immer hilft. Wie schön es ist ihn zu haben.
Und irgendwann kommen Sie drauf: Da ist was faul. Den Traumprinzen, den gibt es gar nicht wirklich. Und Sie sprechen die ehemalige Schulkollegin darauf an.
Aber sie zuckt nur mit den Schultern und sagt: „Das ist doch nicht wesentlich, ob es ihn gibt oder nicht. Hauptsache ich hab dieses schöne Gefühl in meinem Herzen.“
Was denken Sie? Hat die Schulkollegin Recht? Ist es in einer Liebesbeziehung unerheblich, ob der andere wirklich existiert oder nicht?

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Ich denke man sieht an dieser Geschichte ganz gut: Es geht NICHT nur um das Gefühl in deinem Herzen. Die äußere Realität ist wichtig.
• Wenn es keinen Traumprinzen gibt, dann ist das warme Gefühl im Herzen eine erbärmliche Lüge.
• Und wenn es keinen Gott gibt, dann ist unser warmes Gefühl im Herzen auch genau das: eine erbärmliche Lüge.
Die äußere Realität ist wichtig.

Umgekehrt:
WENN es einen Gott gibt, der die Welt geschaffen hat – dann ist das eine Frage, die uns ALLE angeht.
Nicht nur ein paar Leute, die irgendwie besonders empfindsam sind für religiöse Gefühle. Mit Gott ist es eine „alles oder nichts“-Sache.

C. S. Lewis war ein Professor an der Universität Cambridge und ist auch als Schriftsteller mit seinen Narnia-Büchern bekannt. Er schrieb einmal in Bezug auf den christlichen Glauben an Gott:
„Christianity, if false, is of no importance,
and, if true, of infinite importance.
The only thing it cannot be is moderately important.“
(„Wenn es falsch ist, ist das Christentum vollkommen unwichtig.
Wenn es wahr ist, ist es unendlich wichtig.
Das einzige, was es nicht sein kann, ist mäßig wichtig.“)

Das heißt die Frage ist ganz entscheidend: Gibt es Gott oder gibt es nicht?
Ein warmes Gefühl in Ihrem Herzen ist nicht genug.
Die Frage ist: Gibt es einen realen GRUND für Ihr Gefühl oder nicht?
Hat das religiöse Empfinden in Ihnen einen Gott außerhalb oder nicht?

Viele Menschen drücken sich um diese Frage herum, aber ich möchte Sie herausfordern:
• Wenn es Gott nicht gibt, dann bringt Ihnen das bisschen Religion in deinem Leben nichts. Das ist dann nichts weiter als Selbstbetrug.
• Aber wenn es Gott gibt, dann verdient er mehr als zwei oder drei Kirchenbesuche im Jahr. (Glauben wir wirklich, GOTT lässt sich damit abspeisen?!?) Wenn es Gott gibt, dann gebührt ihm der zentrale Platz in Ihrem Leben – jeden Tag, jede Stunde deines Lebens.
Gibt es Gott oder nicht? Mit dieser Frage sollten Sie sich unbedingt beschäftigen. An dieser Stelle deshalb drei Gedankenanstöße dazu.

Frage 1: Wer hat „urgeknallt“?
Stellen Sie sich Folgendes vor: Ihr Handy läutet. Warum tut es das? Weil jemand anruft. (Oder weil Sie vergessen haben, den Wecker auszuschalten.) Eh klar.
Das heißt: Wir gehen davon aus, dass das, was passiert, immer eine URSACHE hat. Ursache – Wirkung.

Aber was ist nun mit dem Universum? Welche Ursache gibt es da? Natürlich, wir sagen: Der Urknall. Aber was war die Ursache für den Urknall?

Francis Collins (geb. 1940, Genetiker, Direktor des National Instituts of Health in den USA) meinte zu diesem Thema: „Vor 15 Milliarden Jahren begann das Universum mit einem unvorstellbar hellen Energieblitz aus einem unendlich kleinen Punkt heraus. Dies bedeutet, dass es davor nichts gab. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Natur – oder in diesem Fall das Universum – sich selber geschaffen haben soll. Und die Tatsache, dass das Universum einen Anfang hatte, bedeutet natürlich, dass da jemand war, der diesen Anfang bewerkstelligen konnte, und mir scheint, dass dieser Jemand außerhalb der Natur sein musste.“
(Collins war übrigens früher Atheist, aber seine Forschungen haben ihn zu dem Punkt geführt, dass er Christ wurde!)

Die erste Frage lautet daher: Wenn alles eine Ursache hat – was war die Ursache des Urknalls. Wer oder was hat urgeknallt?

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Frage 2: Ist unser Universum nur ein unglaublich unwahrscheinlicher Zufall – oder Gottes Werk?
Wir kennen in unserem Universum bisher insgesamt 37 Naturkonstanten und kosmologische Parameter. Wäre eine Naturkonstante nur geringfügig anders, gäbe es unser Universum nicht.
Ein Beispiel ist die Gravitation: Wäre die Gravitation geringfügig stärker, wäre das Universum nach dem Urknall schnell wieder in sich zusammengefallen. Und wäre sie nur geringfügig schwächer, hätte sich die Materie sofort zu einem dünnen Gasnebel verflüchtigt.

Wenn man versucht, die Wahrscheinlichkeit dafür auszurechnen, dass diese Kräfte so perfekt zusammenpassen, kommt man auf einen Wert, der nahezu null ist. Das spricht natürlich ganz stark dagegen, dass unser Universum nur durch „Zufall“ entstanden ist.

Stephen Hawkings (geb. 1942, theoretischer Physiker und Astrophysiker): „Die Wetten gegen ein Universum wie das unsere, das aus etwas wie dem Urknall entsteht, stehen haushoch gegen uns. Ich denke, es gibt eindeutig religiöse Implikationen.“ (Anders als Francis Collins ist Stephen Hawkings kein Christ.)
Das heißt: Ist unser Universum ein unglaublich unwahrscheinlicher Zufall – oder ist das vielleicht auch ein Hinweis auf Gott?

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Frage 3: Was sagt Ihr inneres Wissen?
Ein letztes Argument an dieser Stelle (es gäbe noch viel mehr…): Egal, auf welchem Teil der Welt, egal in welcher Religion – es gibt überall das Wissen, dass da irgendwie „mehr“ ist.
Wer oder was dieses „mehr“ genau ist, da gibt’s unterschiedliche Vorstellungen (ein Gott, viele Götter, die Kraft des Universums…).
Aber DASS es mehr geben muss als wir sehen, da sind sich die allermeisten einig.

Der Apostel Paulus schreibt einmal (Römerbrief, Kapitel 1): „Die Menschen wissen ganz genau, dass es Gott gibt. Er selbst hat ihnen dieses Wissen gegeben. Gott ist zwar unsichtbar, doch an seinen Werken, der Schöpfung, haben die Menschen seit jeher seine göttliche Macht und Größe sehen und erfahren können.“

Und wie ist es mit Ihnen selbst?
Gibt es da nicht irgendwo eine Sehnsucht in Ihnen – nach Sinn, nach Erfüllung, nach Ewigkeit? Die beißequälendende Frage: „Das kann doch nicht alles sein hier. Es muss doch MEHR geben.“
Was sagt Ihnen Ihr inneres Wissen?

Gibt es Gott oder nicht? Das waren drei Gedankenanstöße zu dieser so wichtigen Frage…

Vielleicht denken Sie sich nun: Okay, irgendwas wird’s schon geben. Aber was hat das mit mir zu tun? Das ist so wenig konkret, so wenig greifbar…

In diesem Fall: Besuchen Sie doch bald einen unserer Gottesdienste. Oder schauen Sie wieder auf dieser Homepage vorbei. Das nächste Mal geht es um Gott „zum Anfassen“. Da wird’s dann wirklich sehr, sehr konkret…

Fortsetzung folgt 😉

 

(Bildnachweis: Alle Bilder entstammen der Seite freeimages. com)