Alles ist sinnlos – oder?

Schön, dass Sie sich Zeit nehmen, diesen Beitrag zu lesen!
Ich möchte Ihnen gleich zu Beginn eine sehr persönliche Frage stellen: Wann haben Sie sich zum letzten Mal Zeit genommen, um einfach nur dazusitzen und über das Leben nachzudenken?
Wenn es Ihnen so geht wie den meisten, dann machen Sie das nicht so gerne. Man kommt dabei nämlich ziemlich leicht auf deprimierende Gedanken. Deswegen sind viele sehr dankbar für Handy, Facebook, Mp3-Player, Netflix und Co. – die sind immer zur Stelle und „bringen uns auf andere Gedanken“, wie man so schön sagt.

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Aber trotzdem… Es ist schwierig, aber auch heilsam, das Leben einmal „gründlich“ zu betrachten. Sich die Frage zu stellen:
Was will ich denn eigentlich erreichen in meinem Leben?
Was ist der Sinn von allem?
Was ist wirklich wichtig im Leben?

In der Bibel finden wir ein ziemlich rätselhaftes Buch – das Buch „Prediger“ (oder „Kohelet“). Dort macht ein Mann genau das: Er setzt sich hin und denkt gründlich über das Leben nach. Über den Sinn darin. Über die Frage: Warum bin ich da? Hier ist ein Auszug aus seinen Aufzeichnungen darüber (Den ganzen Text finden Sie hier: Prediger 2):

Ich sagte mir: „Versuch es doch mit der Freude und genieß etwas Gutes!“ Doch ich sah: Auch das ist nichtig. (…) Ich vollbrachte große Dinge: Ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge, ich legte mir Gärten und Parks an und pflanzte alle möglichen Obstbäume hinein. (…)
Ich gönnte mir alles, was meine Augen begehrten. Ich musste mir keine einzige Freude versagen. Und so war ich glücklich nach all meiner Mühe. Ja, so weit hatte ich es mit meinen Mühen gebracht. Doch als ich mir alles ansah, was ich getan und erreicht hatte, und die Mühe bedachte, die ich dafür aufwenden musste, da war das alles nichtig und ein Haschen nach Wind. Es gibt in dieser Welt keinen bleibenden Gewinn.
Da ging ich daran, Weisheit, Verblendung und Dummheit zu betrachten. (…) Der Weise hat Augen im Kopf, beim Narren bleibt es finster. Doch ich erkannte auch, dass beide dasselbe Geschick treffen kann. Da sagte ich mir: „Wie einen Narren trifft es auch mich. Wozu bin ich denn so weise geworden?“ Da dachte ich, dass auch das nichtig war. Denn weder an den Weisen noch an den Narren wird man sich ewig erinnern. Wie bald werden beide vergessen sein. Auch der Weise muss genauso sterben wie der Narr.
Da hasste ich das Leben, denn alles, was unter der Sonne getan wird, war mir zuwider. Alles ist nichtig und ein Haschen nach Wind. (…)
Ein Mensch kann nichts Besseres tun, als zu essen und zu trinken und sich etwas Gutes zu gönnen von all seiner Mühe. Doch ich sah, dass auch das von Gott abhängt. Denn wer kann essen, wer kann fröhlich sein ohne Gott? Einem Menschen, der ihm gefällt, gibt er Weisheit, Erkenntnis und Freude. Doch den, der sündigt, lässt er einsammeln und aufhäufen, um es dem zu geben, der Gott gefällt. Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

Ein toller Text, oder? 😉 Nichtig. Nichtig. Sinnlos. Nichtig. Und dann, natürlich, der sehr inspirierende Satz: „Da hasste ich das Leben.“
Ist es möglich, dass die Bibel uns wirklich so etwas sagen möchte?!

Aber einmal der Reihe nach: Es gibt nämlich zwei wichtige Hinweise darauf, wie der Text gemeint ist:
1) Das Buch heißt „Prediger“. Aber eigentlich müsste man das besser übersetzen mit „Professor“. Und dieser Professor macht ein Gedankenexperiment: Jetzt tun wir mal so, als ob…
2) Was dieses Gedankenexperiment genau ist, sagt uns der zweite Hinweis. Es gibt eine Phrase, die immer wieder wiederholt wird – insgesamt 30x im Buch. Und diese Phrase ist „unter der Sonne“. Im Buch Prediger geht es um das Leben „unter der Sonne“.

Das heißt: Da ist ein „Professor“, der ein Gedankenexperiment macht. Er sagt: Jetzt blenden wir Gott einmal komplett aus. Jetzt schauen wir mal nur auf das Hier und Jetzt. Jetzt schauen wir nur auf das „Leben unter der Sonne“. Und dann überlegen wir, ob das Sinn macht…

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Und hier kommt der Prediger, der Professor, zu dem Schluss: Das Leben UNTER der Sonne ist sinnlos.
• Wenn du viel Geld verdienst, ein Haus baust, schöne Dinge kaufst – irgendwann wirst du sterben und du kannst nichts davon mitnehmen.
• Du kannst der größte Philosoph sein, der je auf Erden gelebt hat – irgendwann wirst auch du vergessen sein. Spätestens wenn der letzte Mensch stirbt.
• Wenn du für Vergnügen lebst – irgendwann wird alles langweilig. Und du brauchst immer mehr.

Kennen Sie das Musical Evita? Evita ist das Musical über Eva Peron – ein einfaches Mädchen vom Land, eine Schauspielerin. Sie heiratet General Peron und steigt an seiner Seite unglaublich schnell zur Frau des Präsidenten von Argentinien auf.
In diesem Musical gibt es ein Lied, das mich recht beeindruckt hat. Evita ist gerade an der Spitze von Macht, Erfolg und Beliebtheit. Und der Erzähler stellt da genau diese Frage: Was bringt es?

Hier können Sie sich das Lied anhören: Evita
High flying adored
I hope you come to terms with boredom
So famous so easily, so soon
It’s not the wisest thing tob e
You won’t care if they love you
It’s benn done before
You’ll despair if they hate you
You’ll be drained of all energy
All the young who’ve made it would agree

Du hast alles erreicht. Keine Geheimnisse mehr. Keine Erfüllung. Nur Langweile. Und Gleichgültigkeit, wenn sie dich lieben. Verzweiflung, wenn sie dich hassen. Alles ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

Das ist der Schluss, zu dem das Musical Evita kommt. Das ist der Schluss, zu dem der Prediger kommt.

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Aber…. Beim Prediger geht es noch weiter. Schauen Sie sich einmal die Verse 24 bis 26 an! Diese drei Verse sind ganz anders als der Rest des Buches. Warum?
Weil Gott hier plötzlich nicht mehr ausgeblendet wird! Vers 26: Gott gibt dem Menschen, der ihm gefällt, Weisheit, Erkenntnis und Freude.

Das heißt: Du musst deinen Blick erheben!
Du darfst nicht nur auf die Dinge UNTER der Sonne schauen!
Du bist für Ewigkeit gemacht – nicht nur für diese Welt.
Du musst auf Gott selbst blicken!
Dann – und nur dann – beginnt dein Leben Sinn zu machen.
Dann kannst du Essen und Trinken genießen.
Und fröhlich sein über das Gute in deinem Leben.

Warum? Weil die Dinge unter der Sonne dann plötzlich den Platz bekommen, der ihnen zusteht (d.h. sie sind und bleiben die Dinge „unter der Sonne“).
Sie müssen nicht mehr deinen Hunger nach Ewigkeit stillen. Das tut Gott selbst.

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Was heißt das konkret? Wie können wir Gott begegnen? Wie kann er unseren Durst nach Leben stillen? Lassen Sie sich einladen auf diese Reise – entweder „live“ in den kommenden Gottesdiensten oder zum Nachlesen auf dieser Homepage!

An dieser Stelle aber noch eine Anmerkung: Die meisten Menschen glauben irgendwie daran, dass es so etwas wie einen Gott gibt. Viele davon halten sich deshalb auch für religiöse Menschen. Aber: Irgendwie an irgendwas glauben, das reicht nicht.
In Vers 26 steht: Einem Menschen, der Gott gefällt, dem gibt er Weisheit, Erkenntnis und Freude.
Das heißt: Sie müssen Gott GEFALLEN, damit Sie diesen Frieden erleben.

Daher abschließend noch eine herausfordernde Frage an Sie:
Versuchen Sie zu leben, um Gott zu gefallen?
Oder versuchen Sie Gott zu gefallen, damit er Ihnen ein schönes Leben schenkt?

Das ist ein himmelhoher Unterschied!
Der zweite sagt: Ich bete. Und Gott muss meine Gebete erhören, sonst will ich nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Aber der erste sagt: Gott liebt mich so sehr. Er hat mir das gezeigt – ich brauch nur aufs Kreuz zu schauen. Das hat Jesus aus Liebe zu mir getan. Deshalb will ich alles tun, um diese Liebe zu erwidern. Ich will Gott gefallen, in allem, was ich tue.

Einem Menschen, der Gott gefällt, dem gibt er Weisheit, Erkenntnis und Freude.

Sind Sie so ein Mensch? Und falls nein: Möchten Sie so jemand werden?

 

(Bildnachweis: Alle Bilder entstammen der Seite freeimages. com)