Welcher Gottesdienst-Typ bin ich?

Gottesdienste sind langweilig und „eh immer das gleiche“? Nicht bei uns in der Evangelischen Pfarrgemeinde in Schwechat!

Bei uns gibt es vier ganz unterschiedliche Gottesdienstangebote – da ist bestimmt auch für Sie etwas dabei.

Also: Machen Sie den Test und finden Sie heraus, an welchen Sonntag Sie unbedingt einmal zu uns in die Kirche kommen sollten!

(Wichtiger Hinweis: Meist werden Sie ein oder zwei Aussagen pro Frage besonders ansprechen. Es ist auch möglich, mehr Aussagen auszuwählen – das vermindert aber die Aussagekraft des Tests!)

 

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Reformationskabarett Luther 2.017

Achtung: Beginn ist um 19:30, Einlass ab 19:00 (angeblich gibt es irgendwo ein Plakat, auf dem 20:30 steht?! => FAKE NEWS 😉 )

Wer war Martin Luther? Was glauben Evangelische und wie „ticken“ sie? Humorvoll pointierte Antworten gibt das Reformationskabarett.

Wir laden Sie herzlich ein zu einem unterhaltsam-informativen Abend. Es erwarten Sie verschiedenste Comedy-Charaktere („Prominente“ und eigene Kunstfiguren), eine „topaktuelle“ Nachrichtensendung vom 1.11.1517 (einen Tag nach dem Thesenanschlag), „Schurli Bazooka“ und seine Reformations-Songs und vieles mehr.

Wann? Mittwoch, 31.5.2017 um 19:30 (Eintritt und freie Platzwahl ab 19:00)
Wo? Evangelische Heilig-Geist-Kirche am Andreas Hofer-Platz 7 in Schwechat
Kosten? Freiwillige Spenden! Spendenempfehlung: je nach Möglichkeit mehr oder weniger als 13 Euro 😉
Mehr Infos? Hier!

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Sherlock Holmes und die Auferstehung

Als Pfarrerin höre ich immer wieder die Aussage: „Die Sache mit der Auferstehung Jesu kann ich mir einfach nicht vorstellen. Das glaube ich nicht.“
Die meisten denken, dass sie mit dieser Aussage auf einer sicheren Position stehen und keine weiteren Erklärungen mehr nötig sind (und nur ich als Pfarrerin „beweisen“ müsste, dass die Auferstehung stimmt).

Das ist aber nur bedingt wahr! Denn auch wer nicht an die Auferstehung glaubt, muss etwas erklären, nämlich: Woher kam nach dem Tode Jesu die plötzliche „Jesus-Bewegung“?

Auch, wer nicht an die Auferstehung glaubt, hat etwas zu erklären
Ein Beispiel dazu: Meine Familie und ich kommen aus dem Urlaub zurück. In unserer Wohnung finden wir einen gedeckten Tisch vor und einen Topf dampfender Suppe darauf. Mein Mann sagt: „Wow! Ich glaube die Oma war da und hat für uns gekocht.“
Wenn ich nun darauf antworte, dass ich mir das mit der Oma nicht vorstellen kann und daran nicht glauben will, dann ist diese Skepsis natürlich mein gutes Recht. Allerdings entbindet mich meine Skepsis nicht davon, auch etwas erklären zu müssen. Nämlich: Woher kommt dann der gedeckte Tisch und das Essen?
(CC0 pixabay.com)

Ähnlich verhält es sich mit der Auferstehung: Wenn Sie diese Behauptung zu phantastisch finden, ist das natürlich Ihr gutes Recht. Allerdings haben Sie dann auch etwas zu erklären, nämlich: Woher kam die plötzliche „Jesus-Bewegung“?

Lassen Sie uns doch gemeinsam ein bisschen über die Fakten zur „Jesus-Bewegung“ nachdenken. Die Frage, woher sie kam, ist nämlich gar nicht so leicht zu beantworten, wie man vielleicht meinen könnte. Folgende Fakten können als gesichert gelten:

1. Ein Mann (Jesus) scharte Anhänger um sich und wurde hingerichtet.
Von dieser Tatsache berichtet das gesamte Neue Testament der Bibel – und einige außerbiblische Quellen.
So schreibt zum Beispiel Tacitus (römischer Historiker, 54 – 117 n.Chr.) über die Christinnen und Christen: „Der Urheber ihres Namens, Christus, war während der Herrschaft des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden.“ (Annalen 15,44)

2. So ein gescheiterter Messias war absolut nicht ungewöhnlich.
Im Gegenteil: Die Menschen in Israel vor 2000 Jahren warteten sehnsüchtig auf den Messias – also auf den von Gott versprochenen Retter, der endlich das Reich Gottes aufrichten würde. (Bekannte andere „Messias-Anwärter“ sind zum Beispiel Judas der Galiläer, Simon Bar-Giora, Simeon Bar-Kochba…)

Diese Messias-Bewegungen verliefen normalerweise immer nach demselben Muster:
• Ein Messias-Anwärter tauchte auf und scharte Anhänger um sich.
• Der Messias-Anwärter starb (meistens wurde er hingerichtet, weil sie zu viel Unruhe stifteten).
• Die Bewegung starb mit ihm und die Anhänger zerstreuten sich in alle Winde.

Der letzte Punkt war die logische Konsequenz der jüdischen Messias-Erwartung. Der Tod eines Messias-Anwärter bewies im jüdischen Denken vor allem eines: Dass dies bestimmt NICHT der Messias war.
(Grafik: Entwicklung bei „normalen“ Messiasbewegungen: Anstieg und Verlust der Anhänger mit dem Tod des Messiasanwärters – Quelle: eigene Darstellung, Bild CC0 pixabay.com)

3. IRGENDETWAS war im Fall von Jesus von Nazareth anders.
Auch die „Jesus-Bewegung“ begann wie all die anderen Messias-Bewegungen: Jesus wirkte öffentlich und fand viele Anhänger, er starb am Kreuz, seine Anhänger ließen ihn im Stich und liefen davon (sogar der große Petrus…).

Aber dann passierte IRGENDETWAS. Ein Ereignis, das so außergewöhnlich war, dass die ehemals verängstigten, desillusionierten und hoffnungslosen Jünger plötzlich wieder auftauchten und mit einer strahlenden Zuversicht verkündigten: „Jesus ist doch der Messias! Wir haben ihn gesehen! Er ist auferstanden und er lebt!“

(Grafik: Sprunghafte Entwicklung der Anhängerzahl der Jesusbewegung nach dem Tod Jesu; Quelle: eigene Darstellung, Bild CCO pixabay.com)

4. Die Anhänger Jesu waren sehr überzeugt von ihrem neuen Glauben.
IRGENDETWAS veränderte also für die Jünger (und Jüngerinnen) alles. Mit einer nie dagewesenen Kraft und Beharrlichkeit erzählten sie von Jesus, dem gekreuzigten und auferstandenen Messias. Und sie ließen sich durch nichts von diesem neuen Glauben abbringen:

Sie nahmen zum einen den Spott ihrer Zeitgenossen in Kauf („für die Juden ein Ärgernis, für die Griechen ein Unsinn…“). Das sogenannte Alexamenos-Graffito (gefunden in Rom, ca. 200 n.Chr.) gibt davon einen guten Eindruck.
(Bild: Alexamenos-Graffito: „Alexamenos betet Gott an“ [einen gekreuzigten Esel] – Quelle: commons.wikimedia.org)

Zum anderen erlitten sie für den Glauben an den Auferstandenen noch sehr viel Schlimmeres als Spott.
Neben der Bibel berichtet beispielsweise auch Tacitus von massiven Christenverfolgungen: „Mit den für den Tod bestimmten trieb man noch Spott: in Felle wilder Tiere eingenäht wurden sie von Hunden zerfleischt oder mussten ans Kreuz genagelt (…) als nächtliche Beleuchtung brennen.“ (Annalen 15,44)

5. Kern und Ausgangspunkte der Verkündigung der Jünger Jesu war die Auferstehung.
Egal, welches Buch im Neuen Testament wir lesen: Die Auferstehung Jesu Christi ist immer Kern und Ausgangspunkt der Verkündigung. Ein berühmtes Beispiel dafür ist etwa der Brief des Paulus an die Korinther: 1. Korinther 15

Im Angesicht all dieser historischen Fakten scheint eines ziemlich klar zu sein:
IRGENDETWAS Großartiges ist nach der Kreuzigung Jesu passiert.
IRGENDETWAS noch nie Dagewesenes hat die Jünger dazu gebracht, dass sie plötzlich davon überzeugt waren: „Jesus ist zwar gestorben, aber er lebt und er ist der Messias!“
IRGENDETWAS hat sie so begeistert, dass sie lieber gestorben sind als diesen neu gefundenen Glauben an Jesus Christus aufzugeben.
(CC0 pixabay.com)

Christinnen und Christen zu allen Zeiten haben behauptet, dass dieses IRGENDETWAS die Auferstehung Jesu ist. Aber das muss natürlich niemand glauben. Nur: In diesem Fall braucht man eine gute plausible Alternativerklärung für die eben genannten Fakten 😉

Ehrlich gesagt finde auch ich die Sache mit der Auferstehung manchmal „unglaublich“. Aber all die Alternativerklärungen sind bei weitem unwahrscheinlicher.

Und in diesem Fall halte ich es daher mit dem berühmten Sherlock Holmes: „Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein – so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“

Zum Weiterlesen: Warum es für die Jüngerinnen und Jünger wenig Sinn gemacht hätte, die Auferstehung zu erfinden (und so zu erfinden, wie sie die Evangelien berichten), hat Pfarrerin Alexandra Battenberg im Interview in Ö1 mit Brigitte Krautgartner diskutiert.

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